Wissen schaffen 

In regelmäßigen Abständen erscheinen Kolumnen von mir im Bezirksblatt und auf anderen Seiten des öffentlichen Interesses. Kurz und bündig beschreibe ich Phänomene, die jeder von sich kennt und welche unter bestimmten Umständen krankheitswertige Dimensionen erreichen können. Selbsthilfe und die Aufrechterhaltung psychischer Gesundheit sind die redaktionellen Schwerpunkte. 

Warum ich?

Warum ich?

Das 3 Fakoren Modell der Verhaltenstherapie bietet eine guten Zugang zur Entstehung psychischer Leidenszustände. Alle Leidenszustände (auch körperliche) lassen sich mit diesem Modell gut erklären, insbesondere wenn man es mit dem Bio-Psycho-Sozialen Modell zusammenführt.
(Siehe Tabelle)

KörperlichGedanklich / EmotionalSozial
begünstigend
auslösend
aufrechterhaltend

Grundsätzlich entstehen psychische Störungen bei einer negativen Balance zwischen gesundheitsfördernden, schützenden Faktoren einerseits und schädigenden, krankmachenden Faktoren andererseits. Bei den negativen Faktoren können wir zudem sinnvollerweise zwischen Vulnerabilitäts-, auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren unterscheiden (sog. »Drei-Faktoren-Modell«, Margraf 1996).

Im Einzelnen können die Klassen ursächlicher Faktoren wie folgt beschrieben werden:

Anfälligkeit
Vorexistierende genetische, somatische, psychische oder soziale Merkmale machen das Autreten einer Störung möglich bzw. wahrscheinlicher. Grundsätzlich kann zwar so gut wie jeder Mensch eine Depression oder eine Abhängigkeit entwickeln, aber eben nicht mit der gleichen Wahrscheinlichkeit. Manche Menschen sind anfälliger für psychische Probleme, andere dagegen resistenter.

Auslösende Bedingungen.
Vor dem Hintergrund einer individuellen Vulnerabilität lösen psychische, somatische oder soziale Bedingungen (Belastungen, Erfahrungen, Ereignisse, »Stress«) das Erstauftreten einer Störung aus. Halten die ursprünglich auslösenden Belastungen an, so können sie darüber hinaus die Funktion aufrechterhaltender Faktoren übernehmen.

Aufrechterhaltende Bedingungen.
Falsche Reaktionen (des Betrofenen oder der Umwelt) oder anhaltende Belastungen verhindern das rasche Abklingen der Beschwerden und machen das Problem chronisch. Die aufrechterhaltenden Bedingungen entscheiden demnach wesentlich über den weiteren Verlauf nach dem Erstautreten eines Problems. Gesundheitsfördernde und schützende Bedingungen. Emotionale Stabilität, soziale Unterstützung, tragfähige Beziehungen, die Wahrnehmung von Sinnhatigkeit, Problemlösefähigkeiten, soziale Kompetenz und Kommunikationsfertigkeiten sind Beispiele für Faktoren, die unser Gesundheit fördern bzw. vor der Entwicklung von Krankheiten schützen. Salutogene Faktoren können alle drei Klassen von pathogenen Faktoren einwirken.

Psychotherapeutische Versorgung in Simmering

Psychotherapeutische Versorgung in Simmering

250.000 Österreicher sind jährlich von einer schweren psychischen Störung betroffen, doch nur für etwa 35.000 Personen bekommen einen Kassenplatz für Psychotherapie bewilligt. Der Rest der Viertelmillion wartet für eine sehr lange Zeit.

In Wien ist die Versorgung in den Bezirken stark unausgeglichen.
Besonders große Bezirke wie Simmering, sind deutlich unterversorgt.
Obwohl es Simmering nur an 2000 Einwohner fehlt, um auf die Top3 der einwohnerstärksten Bezirke zu kommen, hat der Bezirk zeitgleich mit sehr weitem Abstand die wenigsten Therapeuten.

Die Folgen, die passieren, wenn psychische Gesundheit übersehen wird, sind allgemein bekannt:
höhere Anzahl unbehandelter psychischer Erkrankungen
höhere Abhängigkeitserkrankungen
höhere Arbeitslosigkeit
höhere Kriminalitätsraten
Verfall von bestehenden Strukturen (Immobilen, Wirtschaft, Schulen, …)
Abwanderung bzw. Abwertung des Bezirks

Um diesem Trend entgegenzuwirken wurde Mitte dieses Jahres das Therapiezentrum Simmering eröffnet, unweit der Simmeringer Hauptstraße. Dort finden Sie eine Auswahl kompetenter TherapeutInnen, die Sie mit einer Vielzahl an Methoden bei der Bewältigung Ihrer Ziele unterstützen können.
https://www.therapiezentrum11.at/
Jeden Montag, Freitag und Mittwoch finden Sie mich dort, gerne können Sie zu einem kostenlosen Infogespräch vorbeikommen (Abbsprache im Vorfeld erforderlich).

Ein weiterer Schritt zur Versorgung wurde mit der Einberufung der psychotherapeutischen Sprechstunde Bezirksamt Simmering getan.

https://www.wien.gv.at/bezirke/simmering/gesundheit-soziales/psychotherapie.html

In der psychotherapeutischen Sprechstunde erhalten Simmeringerinnen und Simmeringer wichtige Informationen und Beratung. Die Expertinnen und Experten sind jeden ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 18 Uhr im Amtshaus in Simmering anzutreffen und helfen gerne. Die Sprechstunde ist frei zugänglich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Fazit:

Wer unter quälenden Fragen leidet, sollte nicht zögern, eine fachmännische Beratung aufzusuchen. Willkommen sind auch alle, die prinzipiell Information über Psychotherapie wünschen oder herausfinden wollen, ob und welche psychotherapeutische Unterstützung für sie in Frage kommt.

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